Ruth Klüger: weiter leben

•29. Januar 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

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Dieses Buch macht es niemandem einfach, auch der Autorin selbst nicht, und das ist wohl auch Absicht. Ruth Klüger schildert authentisch-nüchtern-klar die Zeit ihrer Jugendjahre, die sie im KZ und danach in Amerika verbrachte, und lässt weder vorschneller Betroffenheit noch wehleidigem Mitleid auch nur einen Millimeter Platz.

Ein Liederabend, wie ich ihn liebe

•28. Januar 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

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26. Jänner 2012 *** Ich zitiere eine Kritik, die in der Presse erschienen ist:
„Im Konzerthaus standen einen Abend lang die Gewissheit der Endlichkeit, das Sterben selbst oder zumindest die existenzielle Bedrohung im Zentrum: beim gescheit und eindringlich gebauten Programm „Zwischen Leben und Tod“, zusammengestellt und vorgetragen vom Tenor Christoph Prégardien und seinem Klavierpartner Michael Glees.
Von Bach bis Mahler reichte die Kette von Stimmungen, die gottlob ohne unterbrechenden Applaus aufeinander folgen durften: Schumanns Klage „Stirb, Lieb’ und Freud’“ um die ins Kloster gehende Liebste etwa erklang rührend schlicht und ohne ungewollt ironischen Beigeschmack als pure Herzensäußerung, Mozarts „Abendempfindung“ oder Brahms’ „Feldeinsamkeit“ zeigten, wie viel Ausdruck Prégardien in zarte Mezzavoce-Phrasen legen kann. Auch dramatischere Töne blieb er nicht schuldig und spürte dem expressiven Gehalt jener Vorschlagsfiguren nach, die Loewe in „Edward“ auf den wiederkehrenden Ausruf „Oh!“ ebenso differenziert einsetzt wie die immer bangeren Beschwörungen der Mutter.
Als „Freischütz“-Max stießen Prégardien und Glees allerdings an Grenzen: der Sänger, weil angeschliffene höhere Töne und gestresster Beiklang (nicht nur in diesem Werk) an die Tatsache erinnerten, dass auch an Stimmen die Jahre ihre Spuren hinterlassen; der Pianist, weil er es nicht verstand, den hintersinnigen Volkston, den Weber bei seiner Melodie anschlägt, mit Spannung aufzuladen. Sonst regierte auf Klugheit basierende Intensität, bei der innigen Lyrik der Lenski-Arie („Eugen Onegin“) wie in der mit passend grellen Tönen gemalten, schauerlichen Szenerie von Mahlers „Revelge“. Als Zugabe dessen „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ in sangbar flüssigem Tempo und unsentimentaler Attitüde: dankbarer Jubel.“

Ein außergewöhnliches Konzert

•15. Januar 2012 • Hinterlasse einen Kommentar

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15. Jänner 2012 *** Gergiev am Pult der Wiener Philharmoniker mit einem rein russischen Programm, das ließ auf ein außergewöhnlich gutes Konzert hoffen. Und das wurde es auch. Allerdings aus unterschiedlichen Gründen.
Zu Beginn die Symphonie Classique von Prokofiev. Gergiev wählt für den ersten Satz klugerweise ein viel langsameres Tempo als viele andere, was so viele spannende Details hörbar machte, dass aus einem gefälligen Stück ein großes Stück Musik wurde. Wunderbar ausbalanciert die Mittelsätze, und ein quirlig-frisches Finale, in dem ohne jede Hetzerei wahrlich genug Drive an den Tag gelegt wurde.
Danach DER Gassenhauer unter den Klavierkonzerten, das b-Moll Konzert von Tschaikovsky. Daniil Trifonov, seines Zeichens Preisträger des Tschaikovsky-Wettbewerbs, spielte nicht nur höchst virtuos (sein technisches Können aus), sondern gestaltete musikalisch einen ganzen Roman, den er dem Publikum (auch sichtbar) vorlebte. Keine Ahnung, was aus ihm noch wird, aber das war schon sehr sehr gut. Doppelt schade, dass Solist und Orchester hörbar wenig gemeinsam geprobt haben …
Nach der Pause „Die Sage von der unsichtbaren Stadt Kitesch und der Jungfrau Fevronia“ von Rimsky-Korsakov: ein melodisch leicht eingängiges, sehr russisch-romantisches Werk, bei dem die Philharmoniker einmal mehr ihren Klang zur Geltung brachten.
Zum Abschluss das witzig-frische, jazzig angehauchte 1. Konzert für Orchester von Shchedrin, das durchaus einen noch stärkeren Jazz-Anhauch vertragen hätte.

Maugham: Books and You

•19. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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19.12.2011 *** W. Somerset Maugham hat ein kleines Buch (eigentlich drei Essays) geschrieben, in dem er seine persönliche kleine Literaturgeschichte schreibt – Bücher, die „Lust bereiten“. Genau das tut auch sein Buch – Lust bereiten auf Klassiker der Weltliteratur, die man schon immer lesen wollte, aber bisher …
P.S. Alle vorgestellten Bücher gibt es bei Amazon als eBooks – fast alle kostenlos!

Vater Morgana

•18. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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18.12.2011 *** Den Film habe ich (leider) noch nicht gesehen, das Buch von Niavarani ist aber auf jeden Fall lesenswert. Eine lustige Geschichte auf gar nicht so lustigem Hintergrund, liebevoll geblödelt und kurzweilig erzählt.

Welser-Möst: elegant, fein – und doch …

•18. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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18.12.2011 *** Franz Welser-Möst dirigierte die Wiener Philharmoniker äußerst elegant, souverän und präzise. Ich würde ihn als ganz hervorragenden Kapellmeister im besten Sinne bezeichnen. Das bewies er bei den Haydn-Variationen ebenso wie bei der 5. Dvorak. Einzig beim Schicksalslied von Brahms (mit dem Text aus Hölderlins Hyperion) ließ er mehr zu, erlaubte er sich mehr, da konnte sich auch Gänsehaut einstellen.

Dudamel (auch) gezähmt

•12. Dezember 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

11.12.2011 *** Dudamel erstmals am Pult der Wiener Philharmoniker, und als Startschuss gleich der „Don Juan“ von R. Strauss: Ein Feuerwerk, aber ohne Knaller. Das war gelungen. Danach das zu Recht vielumjubelte Klarinettenkonzert von Willi – da war von „modern“ bis Swing alles drin. Nach der Pause die Schottische von Mendelssohn; die war ganz fein musiziert, jeder Übergang von weitem vorbereitet, manchmal sogar direkt ein wenig brav – aber immer schön!

Paul Lewis – ungewohnt (und) hervorragend

•23. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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22. November 2011 *** Paul Lewis kannte ich bisher nur dem Namen nach, Schuberts Moments musicaux, die Impromptus und die Wandererfantasie dafür umso genauer – dachte ich zumindest bisher. Lewis spielte Schubert ganz unwienerisch, aber keineswegs kalt, sondern geradlinig, klar, äußerst kultiviert und technisch brillant. Es ging um Schubert pur, und das auf höchstem Niveau. Spannend!

Mariss Jansons – Rekord

•13. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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13.11.2011 *** Dreimal aufs Podium geholt zu werden, nachdem die Philharmoniker schon weg waren – das hat es bisher noch nie gegeben. Dabei war zunächst das 1. Klavierkonzert von Brahms eher mäßig erregend: Buchbinder spielte viel zu hart und auch nicht wirklich inspiriert, und Jansons begleitete eher platt. Aber die Symphonischen Tänze von Rachmaninov nach der Pause, das war vollendete Übereinstimmung von Orchester, Dirigent und – das behaupte ich einmal – Werk. Die Philis spielten at their very best, dass es die reinste Freude war. War es auch!

Walter Isaacson: Steve Jobs

•11. November 2011 • Hinterlasse einen Kommentar

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11.11.11 *** Diese Biographie ist tatsächlich lesenswert. Sie gibt einen hochinteressanten Einblick in die Entwicklung der IT Landschaft, schildert – so vermutet man zumindest – ungeschönt Genie und Wahnsinn des Steve Jobs, vermittelt stringent die Philosophie von Apple und ist obendrein auch noch sehr flüssig und kurzweilig zu lesen.

 
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